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Der Rote Oktober

Die großen und die kleinen Lügen

Die Oktoberrevolution wurde in der Sowjetunion und ihren Satellitenstaaten Jahr für Jahr mit großem Pomp gefeiert. Hierbei bediente sich das Regime der "großen und kleinen Lügen", denn die "größte Befreiungstat" von 1917 war nicht alleine dem Konto der Bolschewiki zuzurechnen. Legenden und Fälschungen mußten die historische Wahrheit verschleiern. Auch das wohl bekannteste Foto der Oktoberrevolution - "Sturm auf das Winterpalais" - ist eine Fälschung.

Die "kleinen Lügen" machen den Film kurzweilig und unterhaltsam, denn viele Details und Geschichten der Fälschungen sind skurril und absurd: da führen Arme von in Ungnade gefallenen Mitstreitern auf Fotos oder im Film auf einmal ein Eigenleben, da übersah man in Spielfilmen und Gemälden, dass Lenin im 'Roten Oktober" in Wirklichkeit gar keinen Bart trug. Und neben Lenin steht statt Trotzki plötzlich jemand ganz anderer - reinretuschiert in das Negativ.

Für den Film "Der Rote Oktober" konnte der Regisseur Hartmut Kaminski hochrangige Interviewpartner gewinnen, die auch 'Mitakteure' jener Zeit waren, zum Beispiel Michail Gorbatschow, den letzten Generalsekretär der KPdSU. Es kommen aber auch Menschen zu Wort, die mit den "großen und kleinen Lügen" leben mussten, wie die Geschichtslehrerin Irina Chromova. Beim Vergleich der alten mit den neuen Lehrbüchern von heute stellt sie fest: "Man glaubt, Geschichtsbücher von zwei völlig unterschiedlichen Ländern vor sich zu haben."


Filmographische Angaben