Inhalt

Wahlen 2017

Landtagswahl NRW 2017: Wie geht Wählen?

Bei der Landtagswahl am 14. Mai 2017 haben Sie gleich zwei Stimmen. Ja, richtig gelesen!  Mit beiden bestimmen Sie, wer in den Landtag in Düsseldorf einzieht und dann fünf Jahre lang in Nordrhein-Westfalen die Entscheidungen fällt.

In den letzten Jahrzehnten brauchte es für eine Regierung allerdings meistens die Koalition von zwei Parteien - die letzte absolute Mehrheit in NRW liegt schon 22 Jahre zurück.

Welche Partei an die Regierung kommt, steht also auch nach der Wahl noch nicht unbedingt fest. Umso wichtiger aber, dass Sie die von Ihnen favorisierten Kandidaten und Partei wählen!

Denn letztlich entscheidet Ihre Wählerstimme: wer Geld ausgeben darf, welche Autobahnen saniert werden, wie sich die Schullandschaft weiter entwickelt. Verzichten Sie nicht auf Ihre Stimmabgabe.

Wer wählt, bestimmt mit!

Sie müssen drei Bedingungen erfüllen, um wählen zu dürfen:

  • Sie sind 18 Jahre oder älter,
  • wohnen seit mindestens 16 Tagen in Nordrhein-Westfalen,
  • besitzen die deutsche Staatsangehörigkeit.

Trifft alles zu, erhalten Sie ca. vier Wochen vor der Wahl Ihre Wahlbenachrichtigung per Post - und zwar von der Gemeinde, in deren Wählerverzeichnis Sie als wahlberechtigt eingetragen sind.

Sie dürfen wählen - was nun?

Auf der Wahlbenachrichtigung stehen Wahltermin sowie Adresse und Öffnungszeiten des Wahllokals.

  1. Im Wahllokal: Am Wahltag geht's mit Wahlbenachrichtigung und gültigem Ausweis in das angegebene Wahllokal. Dort wählen Sie höchstpersönlich.

  2. Per Briefwahl: Sie fordern bei Ihrer Gemeinde rechtzeitig Briefwahl-Unterlagen an und wählen bequem zu Hause.

Was passiert im Wahllokal?

Nutzen Sie die Öffnungszeiten der Wahllokale – die sind in der Regel von 8.00-18.00 Uhr geöffnet. Im Wahllokal fragt der Wahlvorstand zuerst nach der Wahlbenachrichtigung. Gegebenefalls prüft er noch Ihren hoffentlich mitgebrachten Ausweis. Ist alles in Ordnung, erhalten Sie einen Stimmzettel.

Und jetzt ab in die Wahlkabine!

Briefwahl - aber wie?

Nachdem Sie bei Ihrer Gemeinde gemeldet haben, dass Sie per Briefwahl wählen möchten, schickt sie Ihnen die Unterlagen ins Haus.

Für die Landtagswahl erhalten Sie einen Wahlschein, zwei Umschläge in blau und rot sowie einen Stimmzettel.

Den Zettel können Sie jetzt in aller Ruhe ausfüllen und danach zurücksenden.

Warum ist die Farbe der Umschläge wichtig?

Achtung! Der Stimmzettel kommt in den so bezeichneten blauen "Stimmzettelumschlag" - und dieser muss dann zugeklebt werden. Dann den Wahlschein unterschreiben und mit dem Stimmzettelumschlag in den roten, etwas größeren zweiten Umschlag - den Wahlbriefumschlag - stecken.

Zwei Kreuze bitte!

Bei der Landtagswahl gilt: Sie haben Platz für maximal zwei Kreuze auf Ihrem Stimmzettel - aber bitte nicht mehr, denn sonst ist Ihre Stimme ungültig!

Auch bitte pro Spalte nicht mehr als ein Kreuz setzen!

Und so gehts:

  • In der linken Spalte wählen Sie Ihren Wahlkreiskandidaten. Er oder Sie kann einer oder eine von 128 werden, die direkt in den Landtag gewählt werden - denn genau so viele Wahlkreise gibt es in NRW.

  • In der rechten Spalte wählen Sie die Landesliste einer Partei. Diese "Zweitstimme" ist aber beileibe nicht weniger wichtig als die erste, mit der Sie Ihren Wahlkreis-Kandidaten gewählt haben - ganz im Gegenteil hat sie sogar mehr Gewicht: denn die Zweitstimme ist die, die über das Kräfteverhältnis der Parteien im Landtag entscheidet - und damit auch darüber. welche Partei oder Parteien die künftige Regierung stellen.

Interessant zu wissen: Wahlkreiskandidaturen können auch durch Wählergruppen und Einzelpersonen eingereicht worden sein - die Landeslisten sind jedoch ausschließlich Parteien vorbehalten.

Alles angekreuzt - wie geht es weiter?

Nach dem Ankreuzen bitte den Zettel in die Wahlurne werfen.

Oder bei der Briefwahl in den zugehörigen blauen Stimmzettel-Umschlag stecken und zusammen mit dem unterschriebenen Wahlschein im roten Wahlbrief-Umschlag an den Bürgermeister Ihrer Gemeinde zurückschicken.

Sie wollen vorher schon mal schauen, wie die Stimmzettel in etwa aussehen werden? Hier finden Sie ein Muster aus der Landeswahlordnung für NRW:

Jetzt wird es spannend. Es wird gezählt!

Als nächstes kommt die Stimmauszählung - ab 18:00 Uhr. Dann schließen nämlich die Wahllokale.

Bei der Auszählung öffnen die Wahlvorstände die Urnen und zählen, wer die meisten Stimmen hat. Vorher muss jeder einzelne Wahlzettel geprüft werden, ob er gültig ist. Die Stimmauszählung ist öffentlich, Sie können zusehen! Dazu kommen dann noch die Stimmen der Briefwähler.

Ist alles gezählt, verkündet der Wahlvorsteher das Gesamtergebnis - und meldet es dem zuständigen Kreiswahlleiter.


... und die Gewinner sind?

Ist ein Wahlbezirk ausgezählt, steht aber noch längst nicht fest, welche Wahlkreis-Kandidatin oder welcher Kandidat es geschafft hat. Denn der Kreiswahlleiter muss erst die Ergebnisse aller Bezirke des Wahlkreises kennen.

Wer dann die einfache Mehrheit der abgegebenen Erststimmen erhalten hat, hat das Direktmandat des Wahlkreises für den Landtag gewonnen. Glückwunsch!

Haben zwei Kandidaten die exakt gleiche Anzahl der Stimmen, wird übrigens gelost - das macht dann der Kreiswahlleiter.

Was die Zweitstimmen angeht, steht das Ergebnis erst später fest. Denn dafür müssen nämlich die Ergebnisse aller 128 Wahlkreise in NRW vorliegen und an den Landeswahlleiter gemeldet werden - und das dauert natürlich ein wenig.

Außerdem werden am Wahlabend erstmal nur vorläufige Ergebnisse verkündet. Weil Bruchteile von Prozenten den Ausschlag geben können, ist erst mit dem offiziellen Endergebnis ganz sicher, wie viele Mandate jede Partei bekommt.

Ganz wichtig: Parteien erhalten nur dann Landtagsmandate entsprechend Ihres Zweitstimmenanteils, wenn Sie mindestens fünf Prozent dieser Stimmen erhalten haben. Sonst gehen Sie leer aus und stellen keine Abgeordnete - eventuell errungene Direktmandate mal ausgenommen. Das mit den fünf Prozent kann schon mal knapp werden - jede Stimme zählt!

Das amtliche Endergebnis wird in der Regel erst etliche Tage nach der Wahl verkündet. Bei der letzten Wahl am 13. Mai 2012 dauerte das zum Beispiel bis zum 25. Mai.

Ausgleichende Gerechtigkeit!

Noch komplizierter wird die Sache durch die Überhang- und Ausgleichsmandate: Hat eine Partei mehr Direktmandate und damit Sitze im Landtag gewonnen, als ihr nach dem Anteil an den Zweitstimmen eigentlich zustehen würde entstehen sogenannte Überhangmandate. Dann bekommen die anderen Parteien Ausgleichsmandate dazu - solange, bis die Verhältnisse dem Zweitstimmenanteil entsprechen und die Gesamtzahl der Mandate ungerade ist.

Bei der letzten Wahl 2012 gab es ganz schön viele dieser Mandate - 23 Überhang- und 33 Ausgleichsmandate. Statt der Mindestzahl von 181 saßen also fünf Jahre lang gleich 237 Abgeordnete im Landtag.

Nur die Wahlkreis-Kandidatinnen und -Kandidaten wissen also relativ schnell, ob sie gewonnen haben und für Ihren Wahlkreis in den Landtag einziehen dürfen. Wer von der Landesliste der Parteien in den Landtag einziehen darf, stellt sich erst mit dem Endergebnis und der Berechnung der Ausgleichsmandate heraus.

Das Endergebnis

Mit der offiziellen Verkündung des Endergebnisses durch den Landeswahlleiter steht amtlich fest, wer für die nächsten fünf Jahre im Düsseldorfer Landtag Platz nimmt und das Sagen hat. Jetzt müssen Sie fünf Jahre warten, bis Sie wieder wählen dürfen.

Aber es gibt ja nicht nur Wahlen: Wenn Ihnen landesspolitische Entscheidungen gar nicht gefallen, können Sie z.B. mit dem MdL reden, der in Ihrem Wahlkreis gewonnen hat und Sie in Düsseldorf ab sofort vertritt.

Oder Sie engagieren sich in einer Partei, kandidieren vielleicht sogar für die nächste Landtagswahl.

Auch eine Möglichkeit: eine Volksinitiative oder ein Volksbegehren organisieren! Wollen Sie es versuchen? Mehr Infos finden Sie hier:

Gesetz zu Volksinitiative, Volksbegehren und Volksentscheid (VIVBVEG)
Informationen zu Bürgerbeteiligung in NRW bei mehr-demokratie.de
zurück zur Übersicht