Folgen der Flut: Debatte um Versicherungspflicht für Elementarschäden

23.09.2021 - Themenbereiche: Gesellschaft, Nordrhein-Westfalen, Politik

Kurzfassung

12,3 Milliarden Eurodiese Summe soll an Hochwasserbetroffene in NRW fließen, um den Menschen nach der verheerenden Flut beim Wiederaufbau zu helfen. Seit Freitag, 17. September, können Geschädigte ohne hinreichenden Versicherungsschutz die finanziellen Hilfen beantragen. Und während die einen mit dem Wiederaufbau starten, diskutieren die anderen, wie man in Zukunft vor derart gewaltigen Unwetterereignisse besser vorsorgen kann. Denn: Von den Staatshilfen sind nicht alle Steuerzahler:innen begeistert. Die Flut und die damit verbundenen Milliardenschäden haben eineDebatte entfacht um eine Versicherungspflicht gegen Naturgefahren.

Noch im Jahr 2017 hatten die Ministerpräsidenten der Länder vereinbart, dass Hilfsgelder künftig nur noch erhalte, wer sich zuvor um Versicherungsschutz bemüht hat – wenn auch erfolglos, etwa wegen wirtschaftlich unzumutbarer Bedingungen. Doch die jüngste Hochwasserkatastrophe beweist, dass sich dieser Kurs kaum einhalten lässt. Noch im Frühjahr schätzte derGesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) den Anteil der umfassend versicherten Gebäude in NRW auf gerade einmal 47 Prozent.

CDU und SPD sprechen sich für eine Pflichtversicherung aus

Entsprechend laut werden die Rufe jetzt nach einer Pflichtversicherung gegen sogenannte Elementarschäden, die durch Naturgewalten wie Hochwasser, Erdbeben oder Stürme verursacht werden. Die Idee dahinter: Menschen, die einen finanziellen Schaden durch Naturkatastrophen erleiden, sind nicht länger auf das Wohlwollen des Staates angewiesen, sondern können auf ihre Versicherung zurückgreifen, müssen gleichzeitig aber auch Versicherungsprämien zahlen. Die Idee unterstützt aktuell NRW-Justizminister Peter Biesenbach (CDU). Er möchte, dass eine solche Versicherungspflicht eingeführt wird – und erhält Zuspruch aus der Opposition: „Viele Bürgerinnen und Bürger haben im Hochwasser alles verloren – eine Elementarschadenversicherung würde vielen Menschen in dieser Situation helfen“, pflichtete etwa SPD-Fraktionschef Thomas Kutschaty bei.

Aus Versicherungskreisen klingt ein anderer Tenor: Die Branche fürchtet, dass die Risiken auf die Versicherer abgewälzt werden. Nicht umsonst gestaltet es sich in stark gefährdeten Lagen oft schwierig, überhaupt bezahlbare Prämien angeboten zu bekommen. Doch auch die Verbraucherzentrale rät von einer Versicherungspflicht ab: In einem Positionspapier fordert der Bundesverband, den Versicherungsschutz gegen Naturgefahren zunächst zugänglicher zu gestalten, um mehr Menschen freiwillig dafür zu gewinnen.

NRW debattiert: Sollte es eine Pflichtversicherung gegen Elementarschäden geben?

Acht Perspektiven

„Unwetterkatastrophe: Versicherungspflicht sinnvoll!“

Wirtschaftsdienst, 06.08.2021 - Gert G. Wagner

Zum Originalartikel

Die Perspektive in 30 Sekunden

Der Ökonom Gert G. Wagner ist überzeugt, dass es nur durch eine bessere technische Vorsorge möglich sein wird, künftigen Wetterextremen zu trotzen. Wenn alle Hausbesitzenden sich gegen Naturgefahren versichern müssen, führe das automatisch dazu, dass sie sich auch besser auf Naturgefahren vorbereiteten: „[D]ie Prämien für die Versicherung stellen auch einen steten Anreiz dar, individuelle und gesellschaftliche Vorsorge zu betreiben und so die Schäden durch extreme Wetterereignisse möglichst kleinzuhalten“, konstatiert er in seinem Leitartikel für die Zeitschrift WIRTSCHAFTSDIENST. 

Um diesen Effekt zu erzielen, müsse der Versicherungsbeitrag je nach Gefahrenlage und Vorsorge gestaffelt sein. Denn: „Niemand zahlt gerne immer höhere Versicherungsprämien“, gibt Wagner zu bedenken. Und wer langfristig günstige Prämien zahlen wolle, der könne das durch geeignete Maßnahmen erzielen – etwa durch die Installation von Rückschlagklappen, um schwere Schäden im Keller durch Starkregen zu vermeiden. Nach dem Dafürhalten des Ökonomen ist eine Versicherungspflicht demnach keinesfalls nur ein passives Hinnehmen von Problemen – ganz im Gegenteil: Sie wirke als Triebfeder individueller Prävention. Und durch diese Vorsorge werde es künftig weniger Klimatote und Klimaschäden geben, hofft Wagner.

Wenn die Prämien für eine Elementarschadenversicherung für Bestandsgebäude in besonders gefährdeten Lagen nicht zumutbar seien, müsse der Staat zielgerichtete Zuschüsse leisten. Wagner hält das jedoch für die Ausnahme: „Nach Berechnungen des Sachverständigenrats für Verbraucherfragen (SVRV) lassen sich gegenwärtig noch die meisten Wohngebäude sogar für nur 5 Euro im Monat bei minimalem Selbstbehalt im Schadensfall versichern“, schreibt er. Für Neubauten sei es wichtig, die Versicherungsprämie von vornherein mit in Standortüberlegungen einzubeziehen.

Anmerkungen der Redaktion

Gert G. Wagner ist ein deutscher Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler. Er ist Senior Research Fellow des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung in Berlin und Mitglied im Sachverständigenrat für Verbraucherfragen. Wagner hat Volkswirtschaftslehre und Soziologie in Frankfurt studiert. Er hatte mehrere Professuren inne, darunter eine Professur für Sozialpolitik und öffentliche Wirtschaft an der Ruhr-Universität Bochum sowie Gastprofessuren an der renommierten amerikanischen Cornell University und der American University in Washington. Mittlerweile ist er Max-Planck-Fellow am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung (MPIB) in Berlin.

Der WIRTSCHAFTSDIENST ist eine monatlich in dem Wissenschaftsverlag SPRINGER erscheinende wirtschaftswissenschaftliche Fachzeitschrift. Sie berichtet über aktuelle wirtschafts- und sozialpolitische Themen und publiziert dafür Beiträge von namhaften Autor:innen aus Wissenschaft, Politik und Praxis. Der WIRTSCHAFTSDIENST hat den eigenen Anspruch wissenschaftlich „fundierte Hintergrundinformationen für wirtschaftspolitisch relevante Diskussionen“ zu liefern und versteht sich als Brücke zwischen Wissenschaft und Politik, Forschung und Praxis. Herausgegeben wird der WIRTSCHAFTSDIENST seit 2007 von der Deutschen Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften  – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft. Derzeitiger Chefredakteur ist Christian Breuer (Stand September 2021). Mit ihrer Erstausgabe am 9. August 1916 gehört die Zeitschrift zu den traditionsreichsten ihrer Art. Thematisch konzentrierte sie sich früher hauptsächlich auf deutsche Politik, berichtet aber zunehmend auch über internationale und europäische Politik und deren Einfluss auf bundespolitisch relevante Themen.

„Der Staat sollte künftig nicht mehr für alle Klimaschäden zahlen“

t-online.de, 27.07.2021 - Ursula Weidenfeld

Zum Originalartikel

Die Perspektive in 30 Sekunden

Ursula Weidenfeld hält es für vernünftig, „jeden Hauseigentümer zum Abschluss einer Pflichtversicherung gegen Elementarschäden zu verdonnern“. Denn wenn sich Extremwetterlagen häufen, werde der Staat den Schaden nicht jedes Mal übernehmen können. „Und er sollte es auch nicht“, schreibt die Wirtschaftsjournalistin in ihrer Kolumne für das Nachrichtenportal T-ONLINE.

Zwar mache die große Not es in diesem Sommer unumgänglich, dass die Allgemeinheit für die Milliardenschäden aufkomme. Doch dauerhaft sinnvoll sei diese Grundeinstellung keineswegs. „Unwetter werden sich häufen“, warnt Weidenfeld. Das mache eine faire und vernünftige Lastenteilung unverzichtbar. Staatshilfen aber senden in diesem Zusammenhang die falschen Signale, meint Weidenfeld.

Sie befürchtet, dass Hausbesitzende sich im Vertrauen auf staatliche Nothilfe zu selten um Versicherungsschutz bemühen: „Wird die Bewohnerin einer Immobilie alles tun, um sich und ihr Eigentum zu schützen – oder sich in der Gewissheit der staatlichen Notfallhilfe die Investitionen für den Flutschutz am eigenen Haus lieber sparen?“, gibt sie zu bedenken.

Aus Weidenfelds Sicht müssen Hausbesitzende und Versicherungen stärker in die Pflicht genommen werden. Wenn alle Gebäude gegen Elementarschäden versichert seien, könne der Staat sich künftig darauf konzentrieren, die Infrastruktur wiederherzustellen. Doch dazu müsse auch die Versicherungsbranche verpflichtet werden, für jedes Gebäude zumindest eine Basisversicherung anzubieten

Anmerkungen der Redaktion

Ursula Weidenfeld ist eine deutsche Wirtschaftsjournalistin, Moderatorin und Autorin. Seit 2009 arbeitet sie freiberuflich für verschiedenen Fernseh- und Hörfunksender. Ihre akademische Karriere hat mit einem Studium der Wirtschaftsgeschichte, Germanistik und Volkswirtschaftslehre begonnen, das Weidenfeld 1989 am Bonner Lehrstuhl für Verfassungs-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte mit einer Promotion zur Mittelstandspolitik der 1950er Jahre abgeschlossen hat. 1992 folgte dann ein Volontariat an der Georg-von-Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten in Düsseldorf. Anschließend war sie zunächst zwei Jahre Berlin-Korrespondentin (1992 bis 1994), dann zwei Jahre stellvertretende Ressortleiterin (1995 bis 1997) für die Wochenzeitung WIRTSCHAFTSWOCHE. 1997 ist Weidenfeld zum Berliner TAGESSPIEGEL gewechselt. Hier hatte sie zunächst die Ressortleitung Wirtschaft inne und ist danach stellvertretende Chefredakteurin des TAGESSPIEGEL geworden. 2007 ist sie mit dem Ludwig-Erhard-Preis für Wirtschaftspublizistik ausgezeichnet worden. Ehe Weidenfeld 2009 in die Selbstständigkeit wechselte, war sie 2008 für ein knappes Jahr ebenfalls Chefredakteurin der G+J-Zeitschrift IMPULSE. 2012 hat sie dann für ihre Kolumne im HANDELSBLATT den Karl-Hermann-Flach-Preis erhalten. Darüber hinaus hat Weidenfeld mehrere Bücher geschrieben. Ihre jüngsten Veröffentlichungen sind „Regierung ohne Volk: Warum unser politisches System nicht mehr funktioniert“ (2017) sowie ihr Buch über Angela Merkel „Die Kanzlerin. Porträt einer Epoche“ (2021). Beide sind im Rowohlt Verlag erschienen.

T-ONLINE ist ein deutsches Nachrichtenportal. Neben der Nachrichtenplattform ist T-ONLINE auch Anbieter für E-Mail-Adressen und den Telekom-Kundenservice. Während Kundenservice und E-Mail-Adressen zur Telekom gehören, ist das Nachrichtenportal seit 2015 Teil des Medienunternehmens Ströer, das die Redaktion umgehend umstrukturiert hat. Ziel ist es laut dem Branchen-Magazin MEEDIA, die Plattform „vom ehemaligen Beiprodukt zum hochkarätig besetzen Nachrichtenportal“ umzubauen. Das Nachrichtenangebot von T-ONLINE hat im Mai 2021 laut einem Bericht von MEEDIA mit rund 480 Millionen monatlichen Seitenaufrufen BILD.DE überholt und gilt damit als das meistgeklickte deutschsprachige Onlinemedium im Nachrichtenbereich.

„Wirtschaftsweise Schnitzer: Nur eine Pflichtversicherung wäre solidarisch“

The European, 02.09.2021 - Monika Schnitzer, Stefan Groß-Lobkowicz

Zum Originalartikel

Die Perspektive in 30 Sekunden

Wenn Menschen füreinander einstehen, lassen sich Krisen am besten bewältigen, macht die Wirtschaftswissenschaftlerin Monika Schnitzer deutlich. Eine Pflichtversicherung hält sie deshalb für die einzig solidarische Lösung im Umgang mit künftigen Unwettern: Jede und jeder, die ein Haus in einem gefährdeten Gebiet besitzen, müsse einzahlen. Und am Ende wären alle besser abgesichert, argumentiert Schnitzer im Gespräch mit Chefredakteur Stefan Groß-Lobkowicz für das Debatten-Magazin THE EUROPEAN. 

Eine verpflichtende Elementarversicherung könne Schäden künftiger Katastrophen am wirksamsten abmildern: Denn die Last werde von allen Hausbesitzer:innen gemeinsam geschultert. „Wir sind dann alle solidarisch, wir tragen alle zu dieser Versicherung bei, um vor eventuellen Schäden gewappnet zu sein“, so Schnitzer. Der Klimawandel mache diesen gemeinsamen Kraftakt erforderlich – denn es sei wahrscheinlich, dass Umweltkatastrophen immer häufiger auftreten. „Es gilt also das Gebot der Vorsorge“, mahnt die Wirtschaftswissenschaftlerin. Und dem dürfe sich niemand entziehen.

„Wenn wir wollen, dass durch Versicherungen solche Fälle abgedeckt werden, müssen wir dafür sorgen, dass alle versichert sind“, betont Schnitzer. Es gelte jetzt, solidarisch in den Katastrophenschutz zu investieren: „Wenn wir hier nicht frühzeitig viel Geld in die Hand nehmen, werden erneute Umweltkatastrophen noch teurer.“

Anmerkungen der Redaktion

Stefan Groß-Lobkowicz ist ein deutscher Journalist und Publizist. Seit 2017 ist der promovierte Philosoph Chefredakteur und Textchef für die Print- und Online-Ausgabe des zur WEIMER MEDIA GROUP gehörenden Debattenmagazins THE EUROPEAN. Neben dem Philosophiestudium hat Groß-Lobkowicz auch Theologie und Kunstgeschichte in Jena und München studiert. Bereits während seiner Studienzeit hat er als Redakteur für die philosophische Fachzeitschrift TABVLA RASA, JENENSER ZEITSCHRIFT FÜR KRITISCHES DENKEN gearbeitet, die Groß-Lobkowicz 1992 selbst mit gegründet hatte. Die Zeitschrift ist bis 2012 erschienen. Nach dem Abschluss seines Studiums in Jena war Groß-Lobkowicz ab 1993 zunächst Lehrbeauftragter in Praktischer und ab 2002 in Antiker Philosophie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Er hat dort 2002 mit einer Arbeit zu Karl Christian Friedrich Krause promoviert, in der er das Verhältnis von Metaphysik und Transzendentalphilosophie kritisch konstruiert. Von August 2005 bis September 2006 war er Ressortleiter für das Magazin CICERO. Seit 2015 arbeitet er für die WEIMER MEDIA GROUP.

Monika Schnitzer ist eine deutsche Wirtschaftswissenschaftlerin, Hochschullehrerin und eine der fünf Wirtschaftsweisen der Bundesrepublik Deutschland. Sie hat an der Universität Bonn promoviert und habilitiert und hat seit 1996 den Lehrstuhl für Komparative Wirtschaftsforschung an der Ludwig-Maximilians-Universität München inne. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Wettbewerbspolitik, Innovationsökonomik und multinationale Unternehmen. Davor war Schnitzer bereits Gastprofessorin an der Boston University, am MIT, an der Stanford University, der Yale University, der University of California, Berkeley, und an der Harvard University. Seit etwa 20 Jahren berät sie zudem die Politik in wirtschaftlichen Fragen. Von 2015 bis 2016 war sie Vorsitzende des Vereins für Sozialpolitik. 2020 ist sie dann in den Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung berufen worden. Die SUEDDEUTSCHE ZEITUNG hat 2018 über Schnitzer geschrieben: „Monika Schnitzer gehört zu den führenden Volkswirten der Republik. Sie berät seit Jahren die Bundesregierung, kämpft für eine bessere Kommunikation zwischen Wissenschaft und Politik und ist für die Geschlechterquote (...).“

THE EUROPEAN ist ein Online-Magazin, das vierteljährlich auch in gedruckter Form erscheint. Selbst bezeichnet sich THE EUROPEAN als Debatten-Magazin, das verschiedene Stimmen zu gesellschaftlich wichtigen Fragen vorstellen will. Das Magazin ist in die Kritik geraten, da es Artikel des Europäisches Institut für Klima & Energie veröffentlicht, das Zweifel am menschengemachten Klimawandel streut. Der Verleger von THE EUROPEAN, Wolfram Weimer, und der Gründer Alexander Görlach stammen beide aus dem Umfeld des in der Tendenz politisch konservativen Magazins CICERO. Weimer hat den CICERO gegründet, Görlach war Autor für das Blatt.

„Braucht es eine Elementarschaden-Pflichtversicherung?“

procontra-online.de, 30.08.2021 - Florian Burghardt

Zum Originalartikel

Die Perspektive in 30 Sekunden

Der Redakteur Florian Burghardt ist überzeugt, dass eine verpflichtende Elementarversicherung keine faire Lösung wäre, denn sie könne schnell zu einem Problem für „Häuslebauer“ werden. Zwar klinge die Idee zunächst vielversprechend. „Doch sie scheitert an einem ganz zentralen Punkt: der Prämie“, gibt er im Fachmagazin PROCONTRA zu bedenken.

Ob Einheitsprämie oder risikogerechte Beiträge: „Für manche Menschen wäre dieser plötzliche finanzielle Mehraufwand schlicht und einfach nicht zu stemmen“, befürchtet  Burghardt. Denn einen Puffer für zusätzliche Belastungen habe längst nicht jeder Haushalt – zumal die Immobilienpreise derzeit auf einem Rekordhoch seien und die Finanzierung vieler Familien ein sehr „fragiles Gebilde“ darstelle. „Nicht wenige Familien haben sich dazu hinreißen lassen, in den letzten Jahren für die eigenen vier Wände eine Finanzierung ohne Eigenkapital und mit enorm hohen monatlichen Raten abzuschließen“, so Burghardt. Wenn die Pflichtversicherung dann auch noch seriös ausgestaltet werde, bringe der unerwartete Versicherungsbeitrag manche Finanzierung sicher ins Wanken.

Außerdem gebe es Haushalte, die keine Wohngebäudeversicherung haben. Da es sich bei der Absicherung gegen Elementarschäden aber um eine Ergänzung dieser Versicherung handele, müsse also schlimmstenfalls auch noch der Beitrag der Basisversicherung „on top“ geschultert werden. Laut Burghardt muss Vorsorge anders aussehen: Wichtig sei es etwa, explizite Überflutungsflächen zu schaffen, Flussläufe zu renaturieren – und den Klimawandel zu bekämpfen.

Anmerkungen der Redaktion

Florian Burghardt ist ein deutscher Journalist. Seit 2017 arbeitet der studierte Fachwirt für Versicherungen und Finanzen als angestellter Redakteur bei der Finanzzeitschrift PROCONTRA ONLINE des Alsterspree Verlags. Davor war Burghardt insgesamt vier Jahre Redakteur für das VERSICHERUNGSJOURNAL – ein Jahr als angestellter (2016) und drei Jahre lang als freier Redakteur (2012 bis 2015). Von 2006 bis 2015 war Burghardt freier Journalist bei der NÜRNBERGER PRESSE. Ehe Burghardt in den Journalismus gewechselt ist, hat er als Kaufmann für Versicherungen und Finanzen bei der NÜRNBERGER Versicherungsgruppe gearbeitet.

PROCONTRA ONLINE ist eine Finanzzeitschrift des Alsterspree Verlags, einem Hamburger Content-Marketing Verlag. Alsterspree verbreitet laut eigenen Angaben Inhalte für „erklärungsbedürftige Branchen“, um deren Reichweite und Umsätze zu steigern. PROCONTRA veröffentlicht außerdem journalistische Artikel und Expert:inneninterviews zu den Themenbereichen Finanzen und Versicherungen. Die Geschäftsführer sind Philipp B. Siebert und Tilman J. Freyenhagen.

„"Versicherungen allein lösen keine Probleme"“

N-TV.de, 31.07.2021 - Alexander Vollert

Zum Originalartikel

Die Perspektive in 30 Sekunden

Der Vorstandsvorsitzende des Versicherungskonzerns AXA, Alexander Vollert, rät von einer Versicherungspflicht gegen Elementarschäden ab. Zunächst bedürfe es umfänglicher Maßnahmen, um die Risiken möglichst kleinzuhalten: „Versicherungen allein lösen diese Probleme nicht“, betont er im Interview mit N-TV-Reporter Veit Schmelter.

Es bringe nichts, eine Versicherung zur Pflicht zu machen, ohne an den Katastrophenursachen zu arbeiten – denn unter den aktuellen Umständen seien die Risiken überhaupt nicht versicherbar. Um Schutz anbieten zu können, gelte es zunächst, bessere Bedingungen für private Versicherer zu schaffen. „Zum einen brauchen wir eine vernünftige Risikobewertung“, fordert Vollert. So mangele es etwa häufig an öffentlich zugänglichen Gefährdungskarten, wie sie auch in anderen Ländern vorhanden seien. Auch müsse dringend darüber nachgedacht werden, wie in Zukunft gebaut wird: „Immer mehr Flächen werden versiegelt, wodurch Versickerungs-Flächen für Wasser fehlen“, kritisiert der AXA-Chef. „Und auch immer noch werden als Überschwemmungsgebiete ausgewiesene Flächen zu Bauland.“

Auch funktionierende Warnmechanismen seien noch nicht ausreichend vorhanden. „Wenn wir das nicht ändern, dann sehen wir auch in Zukunft solche Ereignisse“, warnt Vollert. Damit schaffe eine Pflichtversicherung allenfalls eine trügerische Sicherheit – und stürze die Versicherer in ein Dilemma. Deshalb resümiert der AXA-Chef: „Ich glaube nicht, dass eine Pflichtversicherung zum heutigen Zeitpunkt Sinn ergibt.“

Anmerkungen der Redaktion

Alexander Vollert ist ein deutscher Versicherungsunternehmer und Manager. Seit 2016 ist der promovierte Wirtschaftsingenieur Vorstandsvorsitzender des Versicherungsunternehmens AXA. Nach seinem Studium und seiner Promotion hat Vollert im Jahr 2000 angefangen, bei der Unternehmensberatung McKinsey zu arbeiten. Insgesamt ist er hier acht Jahre geblieben, 2006 wurde er Partner. Einer seiner Schwerpunkte war die Beratung von international tätigen Versicherungsunternehmen. Anfang 2009 ist Vollert dann zur Allianz Deutschland AG gewechselt. Dort hat er zunächst zwei Jahre lang die Betriebsorganisation geleitet, ehe er 2011 zum Mitglied des Vorstands aufgestiegen ist und als Chief Operating Officer (COO) das Ressort Betriebsorganisation/IT übernommen hat. Ab 2014 hat Vollert als Vorstandsvorsitzender die Allianz Versicherungs-AG geleitet und war gleichzeitig im Vorstand der Allianz Deutschland AG für das Ressort Sachversicherung verantwortlich.

N-TV.de ist das Online-Portal des deutschen Fernsehsenders N-TV. Dieser ist ein von der N-TV Nachrichtenfernsehen GmbH betriebener privater deutscher Fernsehsender mit Sitz in Köln. Er ist 1992 als erster deutscher Nachrichtensender von Peter Staisch in Berlin gegründet worden. Seit 2006 gehört N-TV zur Mediengruppe RTL Deutschland. Seine drei Hauptprogrammsäulen sind Nachrichten, Wirtschaft und Talk. Der Sender nutzt den Einsatz von Eilmeldungen (breaking news) und blendet aktuelle Meldungen am unteren Bildrand ein. Er hat einen hohen Live-Anteil, aber auch Dokumentationen, Reportagen, Wissens- und Lifestylemagazine sowie Sportsendungen im Programm. Der Nachrichtensender bietet seine Inhalte auf zahlreichen Plattformen an. Laut THE EUROPEAN hat N-TV.de mehr als 11 Millionen User:innen und gehört damit zu den größten Medienseiten Deutschlands. Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG skizziert N-TV als „seriösen Gegenakzent“ zu den quotenstarken Unterhaltungsformaten, mit denen RTL den Markt in Deutschland beherrsche. Als privater Fernsehsender ist N-TV werbefinanziert. Das Onlineportal N-TV.de gehörte 2020 laut Arbeitsgemeinschaft Online Forschung zu den fünf meist aufgerufenen Medienmarken. Das Online-Magazin DWDL berichtet von einem Zuwachs von 137 Prozent im COVID-19-Jahr 2020.

„Hilft eine Versicherungspflicht?“

ifo Institut, 28.07.2021 - Clemens Fuest, Marcel Thum

Zum Originalartikel

Die Perspektive in 30 Sekunden

Dass Hausbesitzende sich künftig vielleicht gegen Elementarschäden versichern müssen, halten die Volkswirtschaftler Clemens Fuest und Marcel Thum nicht unbedingt für falsch. Doch in ihrem Gastbeitrag für das IFO INSTITUT geben die Autoren zu bedenken: „Wenn die grundsätzlich gute Idee einer Pflichtversicherung jedoch im politischen Prozess verwässert wird - und darauf deutet die aktuelle Debatte bereits hin - , würde eine solche Versicherungspflicht mehr Schaden als Nutzen anrichten“.

Das Problem sei, dass mit einer Elementarversicherung schnell die falschen Anreize gesetzt würden. Besonders mit einer sogenannten Einheitsprämie: „Die Debatten zur Versicherungspflicht in der Vergangenheit haben gezeigt, dass die Politik häufig Einheitsprämien favorisiert“, warnen die Autoren. Mit einer solchen „fehlgeleiteten Versicherungslösung“ werde jedoch der falsche Anreiz gesetzt – denn eine Einheitsprämie unterscheide nicht zwischen dem Risikograd der Versicherten. Fuest und Thum halten das für falsch: Es müsse einen Unterschied machen, ob Menschen ihr Gebäude in einer sicheren oder gefährdeten Lage errichten. Gelte für alle Immobilien dasselbe Recht, führe das zu einem nachlässigen Umgang mit Risiken. Es fehle dann der Anreiz, besonders gefährdete Gebiete zu meiden – zulasten der anderen Pflichtversicherten, die für die Schäden aufkommen müssen.

Für die Ökonomen Fuest und Thum steht daher fest: Eine Versicherungspflicht könne theoretisch sinnvoll sein, sofern sie „geeignet ausgestaltet wird“. Wenn die Politik jedoch die falschen Anreize setze, komme das einem „ökonomischen Bumerang“ gleich. Fuest und Thum warnen daher: „Eine falsch gestaltete [Pflichtversicherung] (…) wäre wohl schlechter als gar keine.“

Anmerkungen der Redaktion

Clemens Fuest ist Präsident des IFO-INSTITUTS, einem Institut für Wirtschaftsforschung insbesondere mit Fokus auf Wirtschaftspolitik, und Professor für Volkswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er berät außerdem die Regierung als Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Bundesministeriums der Finanzen. Er gilt in seiner ökonomischen Ausrichtung als eher wirtschaftsliberal: Das heißt, er sieht in Steuern kein Mittel zum Ausgleich des Finanzhaushalts. Auch eine Finanztransaktionssteuer, eine Steuer auf alle Geldgeschäfte, lehnt er ab. Fuest hat als Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes Volkswirtschaftslehre an der Universität Bochum und der Universität Mannheim studiert und schloss dort 1991 mit dem Diplom ab. Er hatte mehrere Professuren inne, unter anderem in Köln und Oxford.

Marcel Thum ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Technischen Universität in Dresden. Außerdem ist er Direktor des IFO-INSTITUTS Dresden. Marcel Thum hat Volkswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München studiert und schloss das Studium als Diplom-Volkswirt ab. Danach hat er an der LMU am Lehrstuhl für Nationalökonomie und Finanzwissenschaft als wissenschaftlicher Mitarbeiter gearbeitet. Nach einem kurzen Aufenthalt als Gastdozent an der Universität in Princeton ist er wieder nach München zurückgekehrt. Von dort ist er nach seiner Habilitation an die Universität Dresden berufen worden.

Das IFO-INSTITUT widmet sich vor allem der Analyse von Wirtschaftspolitik und sitzt in München. Das Institut arbeitet eng mit der Münchener Ludwig-Maximilian-Universität zusammen und hatte zuletzt etwa 210 Mitarbeiter:innen. Im Jahr 2018 wurde das IFO-Institut mit rund 11 Millionen Euro aus öffentlichen Geldern gefördert, was den Hauptteil der Einnahmen des Instituts ausmacht. Den monatlich vom IFO herausgegebenen Geschäftsklimaindex bezeichnet die ARD als bekanntesten und wichtigsten Indikator für Wirtschaftsprognosen. Den derzeitigen Präsidenten Clemens Fuest und seinen langjährigen Vorgänger Hans-Werner Sinn (1999-2016) zählt die FAZ in ihrem jährlichen Ranking seit 2015 stets zu den fünf wichtigsten deutschen Ökonomen. Sinn wird wiederum teils heftig für seine kritischen Positionen gegenüber der Flüchtlings- und Europolitik Angela Merkels kritisiert.

„https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/geld-versicherungen/weitere-versicherungen/versicherungsschutz-gegen-elementarschaeden-11440“

Verbraucherzentrale.de, 20.07.2021 -

Zum Originalartikel

Die Perspektive in 30 Sekunden

Anlässlich der Hochwasserkatastrophe hat die Verbraucherzentrale das Wichtigste zur Elementarschadenversicherung in Kürze zusammengefasst. Als „Elementarschäden“ definiert sie dabei jegliche Schäden, „die durch das Wirken der Natur hervorgerufen werden“ – also etwa durch Hagel, Sturm, Überschwemmungen oder Erdbeben.

Je nach Schadensart greife jedoch eine andere Versicherung. Während etwa Sturm- und Hagelschäden über die Gebäudeversicherung und die Hausratversicherung abgesichert seien, erfordere ein Schaden durch Überschwemmung, Rückstau, Erdbeben oder auch Schneedruck im Regelfall eine Elementarschadenversicherung.

Diese setze immer eine Basisversicherung voraus: „Sie schließen sie in Kombination mit einer Gebäude- und Hausratversicherung oder durch Erweiterung dieser Verträge ab.“ Eine individuelle Ausgestaltung – also, dass Versicherte einzelne Gefahren abwählen und nicht mitversichern – sei dabei in der Regel nicht möglich. Zu den Schadensarten rät die Verbraucherzentrale, Folgendes zu beachten:

Überschwemmungen seien nur versichert, wenn Wasser von der Oberfläche ins Haus dringt. Denn es gebe Ausnahmen: Dringe Grundwasser etwa von unten direkt in das Mauerwerk des Kellers ein, handele es sich nicht um einen versicherten Schaden. Das führe in der Praxis häufig zu Problemen – der Versicherte müsse nämlich beweisen, wie genau der Schaden zustande gekommen ist.

Wenn Wasser aus Ableitungsrohren des Gebäudes durch Regen oder Überschwemmung in das Haus gelange, liege ein Rückstau vor. Hierbei gelte es jedoch zu beachten: „Nicht versichert sind Schäden durch Rückstau, wenn keine funktionstüchtige Rückstausicherung vorhanden war!“, betont die Verbraucherzentrale.

Bei Erdbeben, Erdsenkungen oder Erdrutschen komme es darauf an, ob das Ereignis naturbedingt war. Denn: „Schäden, die durch menschlichen Einfluss hervorgerufen werden, sind nicht versichert.“ Letzteres gilt laut Verbraucherzentrale etwa für Schäden, die durch den Steinkohleabbau oder Bautätigkeiten hervorgerufen wurden.

Ein Schaden durch Schneedruck liege beispielsweise vor, wenn ein Dach dem Gewicht von Schnee nicht standhält. Auch im Falle von Lawinen – wenn Schnee oder Eismassen an Berghängen niedergehen – komme die Elementarschadenversicherung für Schäden auf. Achtung: „Kein Versicherungsschutz besteht dagegen, wenn der Schnee von Bäumen niedergeht.“

Anmerkungen der Redaktion

VERBRAUCHERZENTRALE.de ist die Online-Präsenz der deutschen Verbraucherzentralen, auf denen diese über aktuelle Themen zum Verbraucherschutz informieren. Verbraucherzentralen sind Vereine, die allen Verbraucher:innen informierend, beratend und unterstützend zur Seite stehen sollen. Sie haben einen staatlichen Auftrag zum Verbraucherschutz und sind auf Landesebene organisiert, jedoch unter dem Dachverband VERBRAUCHERZENTRALE BUNDESVERBAND e.V. (vzbv) zusammengeschlossen. Das Beratungsangebot der deutschen Verbraucherzentralen reicht von Themen wie Anlagerechtsberatung, über Baufinanzierung, Lebensmittel und Ernährung bis hin zum Energierecht. Verbraucher:innen können dafür eine persönliche Beratung in Anspruch nehmen, sich auf der Website über aktuelle Themen informieren oder auch Beschwerde über eine:n bestimmte:n Anbieter:in bei der Zentrale einreichen. Gegen ein Entgelt leisten die Verbraucherzentralen sowohl individuelle Rechtsvertretung als auch in Verbands- oder Sammelklagen. Darüber hinaus ist es Aufgabe der Verbraucherzentralen, sowohl gerichtlich als auch außergerichtlich gegen unzulässige Allgemeine Geschäftsbedingungen und illegitime Werbemaßnahmen eines Anbieters vorzugehen.

„„Ein ganzes Land legt zusammen““

Forum Wochenmagazin, 13.08.2021 - Hato Schmeiser, Falk Enderle

Zum Originalartikel

Die Perspektive in 30 Sekunden

Der Versicherungsexperte Hato Schmeiser meint, Länder wie Deutschland sollten sich am Schweizer Versicherungssystem orientieren. Dort gibt es bereits eine Pflichtversicherung gegen Elementarschäden und sie funktioniere bestens, meint der Wirtschaftswissenschaftler im Interview mit dem Journalisten Falk Enderle für das Wochenmagazin FORUM.

Die Schweiz mache vor, wie eine zielgerichtete Pflichtversicherung gestaltet werden müsse – und zwar als „doppeltes solidarisches System“: „Das heißt, wer auf dem Berg wohnt, zahlt im Schadensfall auch für von Schäden betroffene Menschen im Tal mit und umgekehrt.“ Diese Solidarität ermögliche es, auch Beiträge von Menschen niedrig zu halten, die in riskanteren Lagen wohnen.

Alle beteiligten Versicherungsunternehmen seien verpflichtet, in einen Elementarschadenspool einzuzahlen. „Der Schadenspool, an dem sich ein Unternehmen je nach Marktanteil beteiligt, kann damit größere Naturereignisse absichern und gleichzeitig verhindern, dass eine einzelne Versicherung durch ein großes Schadensereignis in finanzielle Schieflage gerät.“

Im Jahr 2005 habe die Schweiz etwa einen Schaden von drei Milliarden Franken durch Hochwasser und Hangrutsche zu beklagen gehabt. Laut Schmeiser übernahm der Schadenspool der Versicherer davon 1,5 Milliarden Franken: „Sprich, in der Schweiz legt ein ganzes Land zusammen: der Staat, die Versicherten und die Versicherer, nur wird der Steuerzahler durch dieses System nicht über die Maßen belastet.“

Anmerkungen der Redaktion

Hato Schmeiser ist ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler und Hochschullehrer. Seine Forschungsschwerpunkte sind das Versicherungswesen und das Risikomanagement. Seit 2005 ist Schmeiser Inhaber des Lehrstuhls für Risikomanagement und Versicherungswirtschaft und geschäftsführender Direktor des Instituts für Versicherungswirtschaft der Universität St. Gallen. Nach einem Studium der Betriebswirtschaftslehre, das er mit einer Promotion abgeschlossen hat, hat Schmeiser zunächst zwei Jahre bei der schweizer Rückversicherungsgesellschaft GE Frankona gearbeitet. Danach hat er sich jedoch erneut dem wissenschaftlichen Arbeiten gewidmet und hat 2003 an der Humboldt-Universität zu Berlin habilitiert. Seine Habilitationsschrift trägt den Titel „Risiko-Controlling und wertorientierte Steuerung im Finanzdienstleistungssektor“.

FORUM Das Wochenmagazin ist ein wöchentlich erscheinendes Magazin mit einem regionalen thematischen Schwerpunkt auf den Regionen Saarland und Berlin. Dabei beinhaltet es eigenen  Angaben nach Geschichten aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Sport, Kultur, Technik, Forschung, Freizeit, Mode und Lebensart, jedoch stets „Themen mit Zukunftsrelevanz“, die den Leser:innen neue Perspektiven bieten. Laut eigenen Angaben hat das Magazin eine verbreitete Auflage von 37.000 Exemplaren und erreicht über 850.000 Leser:innen (Stand 2021).