Das Modell der ehemaligen Synagoge Drensteinfurt

In der ehemaligen Synagoge Drensteinfurt, einer Gedenkstätte, wird neben wenigen historischen Fotografien und Büchern auch ein Modell 1:50 der Synagoge verwahrt und gezeigt. 20 Schülerinnen und Schüler der damaligen Städtischen Realschule Drensteinfurt haben es im Schuljahr 2008/2009 gefertigt. Ihre Namen sind auf einer außen aufgeklebten Edelstahlplatte festgehalten.

Es ist eine Holzarbeit in Sperrholz und Vollholz. Der dargestellte Synagogenraum hat eine Bodenplatte sowie vier Wände, jedoch keine Decke. Man kann das Modell also von oben betrachten, man könnte jedoch auch durch die Türöffnung und Fensteröffnungen hineinsehen. Über der Tür ist ein Oberlicht in vier halbkreisförmig angeordneten offenen Segmenten erkennbar.

Das wesentliche bis heute vorhandene Gestaltungselement in dem kleinen und kargen Raum ist die Frauenempore. Sie wird über eine vielstufige, den Viertelkreis beschreibende Holztreppe bestiegen. Das Modell hat hier oben eine Sitzbank, unten hat es drei Sitzbänke. An der Brüstung der Empore zum Synagogenraum hin lässt sich eine Kassettenstruktur als Reliefierung ausmachen. An der Stirnwand befindet sich ein hoher Thoraschrein zur Aufbewahrung der Thorarollen. Die dargestellte Szene zeigt eine Person als Vorbeter mit ausgebreiteten Armen vor einem Lesepult mit aufliegender Thorarolle. Auf einem Seitentisch unter dem Fenster zur Straße liegt ein großes geschlossenes Buch.

Wenige weitere Personen befinden sich in der Synagoge. Zwei Figuren stehen in der Nähe des Eingangs. Zwei Personen sitzen auf den unteren Bänken, eine Person sitzt auf der Emporenbank. Zwei Fensteröffnungen befinden sich an der der Tür gegenüber liegenden Wand. Eine Fensteröffnung liegt an der Straßenseite, die vierte hinter der Empore. Die vier Fensteröffnungen schließen jeweils oben bogenförmig.

In der Herstellung des Modells haben die Schülerinnen und Schüler sicherlich vieles über jüdische Glaubenspraxis und Sozialordnung lernen können. Wer das Modell betrachtet, sieht anderes als in dem sehr schlicht gehaltenen Synagogenraum. Hier, in der heutigen ehemaligen Synagoge, befinden sich mobile Stühle für Besuchergruppen. Neben der nagelfesten Empore hat sich vom Inventar nichts erhalten. Die heutige Raumwirkung ist umso größer.

mehr Hintergrundinformationen