Dokumentationsstätte Gelsenkirchen im Nationalsozialismus

Der Ort

Das Haus an der Cranger Straße war ursprünglich als Polizeirevier für die Gemeinde Buer errichtet worden. 1933 wurde es von der NSDAP Ortsgruppe Buer-Erle übernommen. Nach verschiedenen Nachkriegsnutzungen des Gebäudes wurde bei Renovierungsarbeiten im Jahr 1986 hinter Putz eine Inschrift aus der Nazizeit, die das 25-Punkte-Programm der NSDAP von 1920 zitiert, entdeckt (s. Objekt). Im Februar 1989 stellte der Stadtrat die Wandinschrift unter Denkmalschutz.

Die Entstehungsgeschichte

Ebenfalls im Jahre 1989 beschloss der Rat in dem Gebäude eine Gedenkstätte zu errichten und gründete gleichzeitig das Institut für Stadtgeschichte. Das Institut wurde beauftragt, die Gedenkstätte zu führen und Grundlagen für die Gedenkstätte zu erarbeiten. Am 8. Mai 1994 wurde die vom Institut für Stadtgeschichte erarbeitete Dauerausstellung "Gelsenkirchen im Nationalsozialismus" eröffnet. Die Ausstellung ist in 2014/15 gründlich überarbeitet und am 8. Mai 2015 wiedereröffnet worden.

Das Profil

Die Gedenkstätte ist auf das Engste mit dem Institut für Stadtgeschichte (Sitz im Wissenschaftspark Gelsenkirchen) verbunden. Obwohl Gelsenkirchen seit vielen Jahren "unter Haushaltssicherung" steht, sind Institut für Stadtgeschichte und Gedenkstätte eine feste Größe in Politik und Verwaltung Gelsenkirchens. Dies kommt u.a. darin zum Ausdruck, dass die Gedenkstätte in nächster Zeit räumlich deutlich erweitert werden soll.

Von Anfang an war die Einrichtung stark wissenschaftlich ausgerichtet und von Forschung und Recherche geprägt. Gelsenkirchen gehört zu den ersten Städten, die die Geschichte der Zwangsarbeit in der Stadt umfassend erforscht hat. In einem Rechercheprojekt wurden alle Lager für Zwangsarbeiter im Stadtgebiet ermittelt und die Ruhestätten aller verstorbenen Zwangsarbeiter recherchiert. Die Ergebnisse wurden breit publiziert. Die Gedenkstätte verfügt über eine Datei, die wahrscheinlich nahezu alle Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in Gelsenkirchen elektronisch erfasst.

Der langjährige Leiter des Instituts für Stadtgeschichte und Dokumentationsstätte Gelsenkirchen im Nationalsozialismus, Prof. Dr. Stefan Goch, ist seit September 2018 gemeinsam mit Herrn Dr. Hitze maßgeblich an der Erarbeitung eines Konzeptes des Hauses der Geschichte Nordrhein-Westfalens beteiligt.

Weitere Informationen unter www.gelsenkirchen.de