Zur Gegenwartsbedeutung der Vergangenheit

Filmseminare für Schulen mit Propagandafilmen des Nationalsozialismus 2018/2019

Die Nationalsozialisten nutzten für ihre Propagandamaschinerie gezielt die Wirkung des Films. Mit aufwendigen Propagandafilmen wurde die Bevölkerung im Sinne der NS-Ideologie indoktriniert. Bereits Anfang des Jahres 1933 begann die "Arisierung" des deutschen Filmgewerbes.

Mit den Film-Seminaren "Zur Gegenwartsbedeutung der Vergangenheit" verfolgt die Landeszentrale das Ziel, Schülerinnen und Schüler über die volksverhetzende Propaganda des Nazi-Regimes aufzuklären und dadurch für Toleranz und Demokratie zu sensibilisieren:

  • Schüler/innen werden einerseits über die rassistische Propaganda des Naziregimes informiert. Sie erhalten Einblick in die Manipulations- und Wirkungsmaschinerie der nationalsozialistischen Filme und über die historischen Hintergründe.
  • Andererseits wird der Bogen zu aktuellem Antisemitismus und heutiger rechtsextremistischer Propaganda im Internet und in den neuen Medien gespannt. Schüler/innen sollen mit diesem aktuellen Bezug die Werte unserer demokratischen Gesellschaft wie z.B. Toleranz und Respekt verdeutlicht werden.

Zur Auswahl stehen folgende Filme:

  • Jud Süß - Antisemitischer Hetzfilm: Der Film basiert auf der Lebensgeschichte von Joseph Süß Oppenheimer, der im 18. Jdt. als Finanzberater des württembergischen Herzogs Karl Alexander tätig war. Für die Bevölkerung galt Oppenheimer schon bald als Urheber aller Missstände im Land. Der antisemitische Film zeigt ihn als Bösewicht und Vergewaltiger. Eignung für 10. und 11. Klassen.
  • Ich klage an – Euthanasiepropaganda: Eine schwerkrankte junge Frau bedrängt ihren Ehemann, einen namhaften Mediziner, sie zu erlösen. Da er seine Frau sehr liebt, ist er bereit dazu. Daraufhin wird ihm der Prozess gemacht, in dem die verschiedensten Meinungen zur Sprache kommen. Eignung ab 9. Klasse.
  • Hitlerjunge Quex - Verführung der Jugend: Kommunistische Jugendverbände und die Hitlerjugend stehen sich im Berlin der beginnenden 1930er Jahre als verfeindete Organisationen gegenüber. Heini Völker, Sohn eines Kommunisten, lässt sich auf die Seite der Hitlerjugend ziehen und verrät einen geplanten kommunistischen Anschlag auf das Hitlerjugendheim. Eignung 9. und 10. Klassen.
  • Kolberg - Durchhaltefilm: Nach der vernichtenden Niederlage Preußens in der Doppelschlacht bei Jena und Auerstedt steht die pommersche Hafenstadt Kolberg vor der Frage, ob sie sich Napoleon kampflos ergeben sollte. Eignung ab 9.Klasse.

Diese Filme stehen unter Vorbehalt und dürfen nur in Begleitung und mit entsprechender Vor- und Nachbereitung gezeigt werden.

Das Institut für Kino und Filmkultur entsendet zu den Vorführungen einen Referenten, der vorab über den Film berichtet und im Anschluss mit den Anwesenden den Film analysiert.

Organisatorisches und Buchung

Die Film-Seminare sollten in einem Kino stattfinden. Ein Filmseminar umfasst etwa drei Zeitstunden.

Die Anmeldung der Film-Seminare erfolgt beim Institut für Kino und Filmkultur, von dort werden alle Einzelheiten mit dem Kino geklärt:

Institut für Kino und Filmkultur
Michael Kleinschmidt,
Telefon: 0611-2052288

Im Kino muss pro Person ein Eintrittspreis von 3,00 € bezahlt werden. Die Teilnahme der Lehrkräfte ist kostenlos. Für den entsandten Referenten entstehen keine zusätzlichen Kosten.

Ansprechpartner

Inhaltliches

Carmen Teixeira

Jannis Stenzel

Organisatorisches

Monika Hardt

Telefon: 0211/896 4852