Hintergrund: Wahlmöglichkeiten

Für jede Wahl haben Wählerinnen und Wähler nur eine Stimme – das schränkt die Wahlmöglichkeiten bei Kommunalwahlen ein. Es ist zwar möglich, auf jedem Stimmzettel eine andere Partei zu wählen, also zum Beispiel einen Bürgermeister von Partei A, für den Gemeinderat aber einen Kandidaten von Partei B – aber das war’s auch schon.

Direkt und Reserve

Zu den Wahlen zum Gemeinderat oder Kreistag erscheinen auf dem Wahlzettel neben den Kandidatinnen und Kandidaten, die diesen Wahlkreis direkt gewinnen wollen, auch die ersten drei Kandidatinnen und Kandidaten, die später über die Reserveliste ihrer Partei ein Mandat erhalten wollen: die wählt man automatisch mit, wenn man sich für einen Direktkandidaten entscheidet - ob man will oder nicht.

Die Stimme für den Kandidaten ist auch gleichzeitig eine Stimme für seine Partei. Wer einen der Reservekandidaten nicht mag, hat in diesem Fall keine Wahl!

Kumulieren und panaschieren

In anderen Bundesländern geht das durchaus: Da können Wählerinnen und Wähler mehrere Stimmen auf einmal verteilen; so können die Parteilisten durch kumulieren („häufeln”) von Stimmen auf einzelnen Kandidatinnen und Kandidaten durcheinandergewirbelt werden.

Und durch panaschieren (frz.: panacher = bunt machen, mischen) kann man seine Stimmen auch auf verschiedene Parteien aufteilen.

Vorteil; Wählerinnen und Wähler brauchen sich nicht an die Rangfolge der Parteinominierung halten. Nachteil: Die Stimmzettel werden unübersichtlicher. Die Einführung von „kumulieren und panaschieren“ in Nordrhein-Westfalen ist umstritten.

Vom Experten erklärt - Kumulieren und Panaschieren

Im Expertenvideo erläutert Prof. em. Dr. Uwe Andersen von der Universität Bochum, was kumulieren und panaschieren bei Kommunalwahlen bedeutet - und warum der Bürger weniger Einfluss auf das Wahlergebnis hat, weil es beides in Nordrhein-Westfalen nicht gibt.