Ihr Ziel - Die Bezirksvertretung

In der Bezirksvertretung arbeiten Sie direkt an der Basis. Sie haben unmittelbaren Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern, wissen, was die Leute in Ihrem Bezirk bewegt. Prüfen Sie, ob Sie kandidieren dürfen:

  • Sie sind mindestens 18 Jahre alt,
  • haben seit über drei Monaten Ihren Hauptwohnsitz in der Stadt, in der Sie kandidieren wollen,
  • haben die deutsche Staatsbürgerschaft, oder die eines anderen EU-Staates.

Wenn alles zutrifft, dann können Sie für die Bezirksvertretung kandidieren.

Bezirksvertretung - Wie kandidieren?

Jetzt müssen Sie Gleichgesinnte finden. Im Gegensatz zu allen anderen Ämtern und Mandaten bei der Kommunalwahl können Sie nur über eine Liste in die Bezirksvertretung gelangen. Und das heißt: Sie müssen sich einer Partei oder einer unabhängigen Wählergruppe anschließen und in der Nominierungsversammlung um einen guten Listenplatz streiten.

Sie können natürlich auch eine eigene Partei oder Wählergruppe gründen. Dann dürfte es erheblich leichter sein, einen aussichtsreichen Listenplatz zu erhalten.

Parteien und Wählergruppen

Eine eigene Partei oder Wählergruppe - hat das überhaupt Aussicht auf Erfolg? Und welche Rolle spielen Wählergruppen im Vergleich zu Parteien? Zwei Webvideos geben Auskunft.

  •   - Link auf: Wählergruppe - frei und ungebunden?

    Wählergruppe - frei und ungebunden?

    Prof. em. Dr. Ulrich von Alemann erklärt, welche Bedeutung Wählergruppen in unterschiedlichen Regionen Deutschlands haben - und in welchem Verhältnis sie zu Parteien stehen.

  •   - Link auf: PETO

    PETO

    Die 1999 gegründete Jugendpartei PETO zog auf Anhieb in den Stadtrat von Monheim ein. Bei der Kommunalwahl 2009 wurde sie zweitstärkste Partei und stellte sogar den Bürgermeister. Ein Kurz-Feature aus dem Jahr 2004.

Die Nominierungsversammlung

Wenn Sie einen guten Listenplatz erhalten wollen, müssen Sie die Mitglieder der Nominierungsversammlung Ihrer Partei von Ihren Qualitäten überzeugen.

Auf der Versammlung wird über jeden Listenplatz einzeln abgestimmt. Für jeden der Listenplätze wird zusätzlich noch ein Ersatzbewerber bestimmt, falls der ursprüngliche Platzinhaber ausfällt.

Je weiter Sie vorne stehen, umso größer sind Ihre Chancen, wenn nach der Wahl Mandate verteilt werden. Wo Sie sich auf der Liste wiederfinden, hängt auch von Ihrem persönlichen Profil ab!

Bezirksvertretung - Ihr Platz auf der Liste?

Ihre Platzierung auf der Liste hängt davon ab, wie gut Sie diese Anforderungen erfüllen:

  • Sie sind in Ihrer Partei oder Wählergruppe angesehen,
  • stehen hinter deren Zielen und Programm,
  • sind in Ihrer Stadt, und vor allem in dem Bezirk, in dem Sie kandidieren wollen, den Bürgerinnen und Bürgern gut bekannt.

Je besser Sie diese Punkte erfüllen, umso besser wird auch der Listenplatz sein, auf den Sie die Nominierungsversammlung wählt. Den nächsten Schritt zum Kandidaten macht Ihre Partei oder Wählergruppe für Sie.

Bezirksvertretung - Wahlvorschlag

Die Liste, mit der Ihre Partei oder Wählergruppe in den Wahlkampf zieht, muss vor der Wahl noch offiziell eingereicht werden.

Sie müssen unterschreiben, dass Sie Ihrer Wahl zustimmen. Dieses Schreiben schickt der Leiter der Versammlung zusammen mit einem Protokoll, in dem der Ort und die Zeit der Versammlung und die Namen der anwesenden Mitglieder genannt werden, zum Wahlleiter der Gemeinde.

Das Schreiben enthält auch die komplette Liste der Kandidaturen - mit genauen Angaben zu allen Gewählten: vollständiger Name, Geburtsdatum und -ort, Staatsangehörigkeit und Wohnort. Für jeden Wahlvorschlag müssen auch zwei Vertrauenspersonen benannt werden.

Stichtag ist der 48. Tag vor der Wahl.

Der Wahlleiter prüft!

Sobald der Wahlleiter einen Wahlvorschlag erhält, muss er ihn prüfen. Ist der Vorschlag nicht korrekt, informiert er die genannten Vertrauenspersonen. Die haben jetzt bis zum 39. Tag vor der Wahl Zeit, nachzubessern.

Dann ist Stichtag: Der Wahlausschuss entscheidet, welche Wahlvorschläge zugelassen werden.

Spätestens am 20. Tag vor der Wahl wissen Sie dann endgültig Bescheid: der Wahlleiter gibt die zugelassenen Wahlvorschläge öffentlich bekannt. Hierfür reicht eine einfache Veröffentlichung z.B. im Gemeindeblatt. Jetzt kennen Sie auch Ihre Konkurrentinnen und Konkurrenten und können sich offiziell in den Wahlkampf stürzen.

Jede Stimme zählt!

Sie müssen um jede Stimme kämpfen, wenn Sie ein Mandat in Ihrer Gemeinde haben wollen!

Den Wählerinnen und Wählern müssen Sie klar machen, dass Sie die beste Wahl sind – mit einem Wahlprogramm, in dem Ihre Ziele deutlich werden. Benennen Sie klar die Probleme Ihrer Gemeinde und bieten Sie Lösungsvorschläge.

Nicht vergessen: die ”Feindbeobachtung”. Was steht in den Programmen der Konkurrenz?

Sie müssen das Wahlvolk überzeugen, dass Ihre Strategie die richtige ist. Das schaffen Sie am besten persönlich - und durch geschickten Einsatz der Wahlkampfmittel!

Wahlkampf kommunal

Auch zu einem modernen Kommunalwahlkampf gehört immer noch: Plakate kleben, mit dem Tapeziertisch in der Fußgängerzone stehen und Klinkenputzen bei den Wählerinnen und Wählern Ihrer Gemeinde.

Um viele Menschen gleichzeitig anzusprechen, sollten Sie omnipräsent sein: im Lokalfernsehen, im Lokalradio und in der Lokalpresse. Nutzen Sie das Internet, bloggen Sie, twittern Sie, seien Sie bei Facebook & Co. aktiv. Organisieren Sie Wahlkampfveranstaltungen, werben Sie damit in der Öffentlichkeit für Ihre Ziele!

  • Als Kandidatin oder Kandidat einer Partei hat man im Wahlkampf viele Vorteile: finanzielle Unterstützung, geschulte Redner, aufwändige Informationsstände oder auch Werbeartikel – selbstverständlich alles mit Parteilogo.
  • Kandidieren Sie für eine Wählergruppe, ist die finanzielle Unterstützung bestimmt etwas geringer – aber auf viele fleißige Helfer für Info-Stände können Sie auch hier zählen, und ein Logo sollte ebenfalls drin sein.

Sicher ist nur, dass Ihr finanzieller und persönlicher Einsatz befristet ist: Am Abend des Wahltages um 18.00 ist alles vorbei, die Wahllokale schließen. Jetzt erfahren Sie, ob sich die Anstrengung gelohnt hat.

Frauen in der Kommunalpolitik

Wie können Frauen leichter in die Kommunalpolitik einsteigen? Was könnte ihnen konkret dabei helfen? Dazu die Expertin Dr. Hildegard Pamme vom Fachbereich Sozialwesen der Fachhochschule Münster.

Jetzt wird gezählt

Bei der Stimmauszählung öffnen die Wahlvorstände die Urnen und zählen, wer die meisten Stimmen hat. Vorher muss jeder einzelne Wahlzettel geprüft werden, ob er gültig ist. Die Stimmauszählung ist öffentlich, auch Sie können zusehen.

Zu den persönlich abgegebenen Stimmen kommen dann noch die der Briefwähler. Ist alles gezählt, verkündet der Wahlvorsteher das Gesamtergebnis des Bezirks im Wahllokal und meldet es dem zuständigen Wahlleiter. Jetzt wird es spannend: Reicht es für Ihr Mandat?

Haben Sie Ihr Mandat - oder nicht?

Es wird spannend: Denn bei einem Listenplatz kann es richtig lange kann dauern, bis feststeht, ob Sie es in die Bezirksvertretung geschafft haben oder nicht. Denn das zunächst verkündete Ergebnis ist vorläufig.

Und weil Bruchteile von Prozenten den Ausschlag geben können, steht erst mit dem offiziellen Endergebnis fest, wie viele Mandate jede Partei oder Wählergruppe für ihre Listenkandidaten bekommt. Dieses Endergebnis wird in der Regel einige Tage nach der Wahl verkündet.

Sie haben Ihr Mandat? Erstmal kräftig feiern – und dann auf zur Amtseinführung.

Sie haben es geschafft!

Gewinnen ist das Schönste! Nach wochenlanger, anstrengender Kleinarbeit sind Sie jetzt einer der Platzhirsche in Ihrer Kommune. Glückwunsch!

Ämter und Schlüssel werden übergeben. Nach der Amtseinführung steht schnell die Arbeit im Vordergrund.

Jetzt haben Sie sechs Jahre lang Zeit zu zeigen, dass Sie nicht nur für den Wahlkampf arbeiten können, sondern dass Sie Ihren Vertrauensjob zu Recht erhalten haben. Auch wenn Sie nicht von allen gewählt wurden: Jetzt müssen Sie für alle da sein - bis zur nächsten Wahl 2020.

Warum eigentlich so lange? Normalerweise wird die Bezirksvertretung alle fünf Jahre neu gewählt. Aber damit alle Ämter bei der nächsten Wahl wieder zusammen gewählt werden können, wurde die Amtsperiode diesmal ausnahmsweise um ein Jahr verlängert. 2020 geht es dann wieder um ein fünfjähriges Mandat.

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PDF "Kandidatur für die Bezirksvertretung"