Geschichte der Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen

Selling Democracy!

Seit mehr als 70 Jahren vermittelt die Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen Grundwerte der Demokratie.

"Selling Democracy!" lautete der Gründungsauftrag der britischen Militärs. Der Auftrag ist heute so aktuell wie damals – denn Demokratie ist ein unvollendeter, sich ständig wandelnder Prozess.

Nach zwölf Jahren Hitler-Regime mussten Bürger und Bürgerinnen an Rhein und Ruhr lernen, wie ein demokratischer Staat funktioniert, welche Rechte und Pflichten sie haben.

"Re-education" hieß das Schlüsselwort, mit dem die Briten in ihrer Besatzungszone den Aufbau eines demokratischen Staates in Deutschland fördern wollten.

1946 wird die erste „Staatsbürgerliche Bildungstelle“ in Düsseldorf eingerichtet. Ihr Ziel: das westliche Ideal der Demokratie an die Männer und Frauen hier im Land zu "verkaufen" – selling democracy!

Im Laufe der Jahre ändern sich Name und Schwerpunkte der Institution:
1967 wird aus der Bildungsstelle die Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen.

Seit 2004 steht erstmals eine Frau an der Spitze: Maria Springenberg-Eich initiiert die Kampagne "demokratie leben" und akzentuiert damit das Motto des Hauses.

Ab 2006 werden die Aufgaben durch die Mediatisierung der Politik komplexer und komplizierter. Radikal neu sind auch die Anforderungen, die Globalisierung, Digitalisierung und die Präsenz des Fremden an die Demokratie stellen. Diese Situation erfordert eine neue Artikulation, eine neue politische Aufmerksamkeit für Gleichheit, Gerechtigkeit und Differenz.

Seit dem 30. Juni 2017 gehört die Landeszentrale zum Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

"Selling Democracy!" Mit Veranstaltungen, Büchern und digitalen Medien, aber auch mit Fördermitteln "verkauft" die Landeszentrale diese Idee, unterstützt sie Bürger und Bürgerinnen sowie demokratische Institutionen bei dem Prozess "Demokratie zu leben".