Demokratiewerkstätten im Quartier

Demokratie ist Staatsform und Haltung zugleich. Die Aufgabe der Landeszentrale für politische Bildung ist es, die demokratische Kultur im Land zu fördern. Die Wahrung der Menschenwürde, gegenseitiger Respekt, gelebte Toleranz, die Wertschätzung von Vielfalt und friedlichen Konfliktlösungen – all das macht eine demokratische Haltung aus.

Doch diese demokratische Haltung wird in Teilen unserer Gesellschaft in Frage gestellt. Ablehnung, Skepsis, Ausgrenzung und Zorn prägen dort die Stimmung. Diese Stimmung bündelt sich oft in "benachteiligten" Quartieren. Diese Quartiere weisen eine niedrige Wahlbeteiligung auf. Dort leben signifikant mehr Menschen mit niedrigeren Bildungsniveaus, mit Migrationshintergrund, Geflüchtete und Arbeitslose. Die Anfälligkeit der Menschen im sozial benachteiligten Quartier für populistische Parolen und gewaltbereite, salafistische Hetze ist ausgeprägt.

Die Landeszentrale für politische Bildung NRW greift mit der Einrichtung von Demokratiewerkstätten in benachteiligten Quartieren diese Stimmung auf und sucht das Gespräch im Quartier. Ein Einblick in die Arbeit vor Ort liefert der auf dem Youtube-Kanal der Landeszentrale für politische Bildung NRW verfügbare kurze Video-Teaser.

Die Ziele der Demokratiewerkstätten im Quartier

Die derzeit acht eingerichteten Demokratiewerkstätten im Quartier wollen…

  • …Problemlagen und Bedarfe im Stadtteil gemeinschaftlich erkennen,
  • …Bürger*innen dabei unterstützen, eigene Interessen zu artikulieren,
  • …Lust machen auf die Mitgestaltung eines liebenswerten Quartiers,
  • …Beteiligungsformate im Quartier langfristig etablieren,
  • …die Attraktivität und Sichtbarkeit des Stadtteils erhöhen.

Die Demokratiewerkstätten im Quartier veranschaulichen, dass Demokratie bunt und vielfältig, respektvoll, partizipativ, kontrovers und friedlich ist. Sie schützt die Würde des Einzelnen. Die Demokratiewerkstätten im Quartier helfen dabei sichtbar zu machen, dass Demokratie für jeden attraktiv ist.

Partnerinnen und Partner im Quartier

Die Landeszentrale für politische Bildung NRW arbeitet eng mit Partnern und Partnerinnen in den Quartieren zusammen. Diese engagierten Partnerinnen und Partner fungieren als Brücke zu den Menschen in diesen Quartieren. Bislang wurden acht "Demokratiewerkstätten im Quartier" eingerichtet:

  • Die Demokratiewerkstatt unterstützt die Entwicklung gemeinsamer Visionen der Stadtteilgesellschaft

    Die Demokratiewerkstatt in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung NRW ist im Krefelder Süden angesiedelt. Gemeinsam (u.a.) mit dem Forum Eltern und Schule (FESCH) wurden Strukturen und Formate prozesshaft aufgebaut, implementiert und begleitet. Strukturgebend sind ein Projektstammtisch (als Plattform für die Umsetzung von Projekten und Börse für Ideen), der Viertelsratschlag (als Forum aller am Stadtteil Interessierten) und der Viertelsrat (als Entscheidungsgremium über Maßnahmen und Projekte im Stadtteil).

    Das FESCH unterstützt diesen Prozess mit Formaten der aufsuchenden politischen Bildung. Zu den Formaten zählen die Prozessbegleitung der Strukturen, Zukunftswerkstätten ("Mein Stadtteil, meine Idee, mein Engagement"), Multiplikatorenschulungen, Dialogformate für Begegnung und Austausch vieler Gruppen mit der Entwicklung gemeinsamer Visionen und die Begleitung der Arbeitsgruppe Partizipation und Teilhabe zur inhaltlichen Weiterentwicklung von Teilhabe im Quartier.

    Zielgruppe: Alle im Stadtteil Lebenden, dem Stadtteil Verbundene und das Thema/Ziel Unterstützende

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  • Die Demokratiewerkstatt in Stolberg bringt die Menschen aus der Nachbarschaft zusammen

    Gemeinsam mit der VHS Stolberg und unterstützt durch die Stolberger Stadtplaner im Sozialdezernat arbeitet das Nell-Breuning-Haus in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung NRW daran, in den Quartieren Ober-/Unterstolberg und Münsterbusch die Begegnung von Menschen verschiedener Kulturen, verschiedener Milieus und Altersstrukturen zu fördern, um dadurch die Grundlagen für ein gutes, nachbarschaftliches Miteinander zu etablieren.

    Mit den Menschen im Quartier sollen Mikroprojekte entwickelt werden, durch die aus gemeinsamem Planen und Handeln gegenseitiger Respekt und Wertschätzung entstehen. Ziel ist die Förderung des nachbarschaftlichen Austauschs und Vertrauens. Die Demokratiewerkstatt arbeitet eng mit der Stadt zusammen und ist beratende Partnerin und Kompeten-tankstelle für kreative Beteiligungsformen in den Vierteln.

    Zielgruppe: Stadtteilgesellschaften Ober-/Unterstolberg und Münsterbusch

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  • Die Demokratiewerkstatt wirkt im Bielefelder Ostmannturmviertel

    Die Demokratiewerkstatt Ostmannturmviertel ist ein durch die Sportjugend Bielefeld begleitetes Projekt, welches durch die politische Jugendbildungsstätte Haus Neuland und die Landeszentrale für politische Bildung NRW in enger Kooperation begleitet wird. Ziel ist es, (junge) Menschen im Quartier dazu zu befähigen, die Bedarfe dieses Bielefelder Viertels politisch sichtbar zu machen und bürgerschaftliches Engagement voranzubringen.

    In verschiedenen Formaten wie zum Beispiel "Kochen und Klönen" kommen Lokalpolitiker, Verwaltung und Anwohner zusammen und sprechen über die Bedarfe des Quartiers. Die Arbeit der Sportjugend beruht auf den drei Säulen Qualifizieren, Sensibilisieren und Partizipieren.

    Zielgruppe: Bewohner und Bewohnerinnen des Stadtteils; Jugendliche

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  • Demokratiewerkstatt im Kölner Norden

    Demokratie ist nur dann lebendig, wenn wir stetig an ihr arbeiten. Nicht alleine, sondern in Beziehung mit vielen anderen Menschen. Im Rahmen einer Demokratiewerkstatt möchten die Karl-Arnold-Stiftung e.V. und die Bürgerplattform Stark! in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung NRW im Kölner Norden gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern erkunden, wie Teilhabe und gegenseitiges Lernen auf- und ausgebaut werden können.

    In einem Mix aus Gesprächen, Demokratiecafés und politischer Bildung findet sich der passende Zugang für viele Menschen. Wir freuen uns, wenn wir dazu im Veedel, in der Moschee, in der Kirche, im Vereinsheim, in der Gartenanlage oder einfach an einem anderen Ort ins Gespräch kommen.

    Zielgruppe: Bewohnerinnen und Bewohner des Kölner Nordens

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  • Die Demokratiewerkstatt unterstützt die Menschen darin, die eigenen Interessen wahrzunehmen

    Die Demokratiewerkstatt in Marxloh hat im Februar 2018 in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung NRW, der Duisburger Werkkiste und dem aktuellen forum ihre Arbeit aufgenommen. Durch verschiedene Aktionen werden Menschen aus dem Quartier erreicht, ermutigt und qualifiziert, um ihre eigenen Interessen wahrnehmen und vertreten zu können.

    In der Demokratiewerkstatt steht das praktische Handeln im Vordergrund. So werden z. B. durch ein Wanderplakat die Menschen ermutigt und unterstützt, Kritik zu artikulieren, eigenständig Lösungen zu finden und ihre Vorschläge umzusetzen. Auf den Grundwerten der Demokratie wird das nachhaltige Projekt an verschiedenen und zentralen Orten in Marxloh die Partizipationsmöglichkeiten aufzeigen. Mitmachen ist gewünscht!

    Zielgruppe: Stadtteilgesellschaft, Eltern und Schüler*innen der Marxloher Schullandschaft

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  • Demokratiewerkstatt in Oberbilk

    Die Demokratiewerkstatt in Oberbilk arbeitet unter dem Motto "Reframing Oberbilk". Sie will demokratische Prozesse im Stadtteil sichtbar machen und stärken. Qualitäten und Herausforderungen dieses globalisierten Stadtteils sollen zusammen mit den Anwohnerinnen und Anwohnern thematisiert werden.

    Ein Grundthema der Stadtteilgesellschaft, das Zusammenleben von verschiedenen Kulturen, stellt in Oberbilk eine besondere Herausforderung dar. Lösungen, die dafür im Stadtteil schon praktiziert, oder aber noch gefunden werden, können exemplarischen Charakter für ähnliche Quartiere in anderen Städten haben. Das eröffnet die Chance, den in der Öffentlichkeit oft negativ wahrgenommenen Stadtteil ("Magreb-Viertel") in einem anderen, positiveren und vielleicht sogar beispielhaften Licht zu zeigen. Im Zuge der Demokratiewerkstatt finden die "Oberbilker Gespräche" und der Runde Tisch Oberbilk statt.

    Zielgruppe: Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils; in und für Oberbilk engagierte Personen und Initiativen

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  • Die Demokratiewerkstatt ermutigt Menschen im Quartier, sich im Stadtteil aktiv zu beteiligen

    In Zusammenarbeit mit Initiativen und Menschen vor Ort sowie in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung NRW ermöglicht die Demokratiewerkstatt den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort, ihre Handlungskompetenzen und ihr Selbstbewusstsein zu stärken, um aktiv an Bürgerbeteiligungsprozessen teilzunehmen.

    Das Willi-Eichler-Bildungswerk erarbeitet konkrete Wünsche für das jeweilige Stadtviertel und begleitet die Menschen kontinuierlich und unterstützend während des Prozesses der Umsetzung von Wünschen und Ideen. Hierzu werden u.a Workshops zum Thema Strategieentwicklung und Rhetorik, aber auch Bürgersprechstunden zu kommunalpolitischen Beteiligungsmöglichkeiten angeboten.

    Zielgruppe: Stadtteilgesellschaften der Stadtteile Köln-Porz, -Bocklemünd, -Chorweiler und -Kalk

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  • Demokratiewerkstatt in Wuppertal

    Ziel ist es, die demokratische, soziale, kulturelle und ökonomische Entwicklung in den Quartieren Hesselnberg und Südstadt durch aktive Beteiligung der Stadtteilbewohner*innen zu stärken und die Kommunikation, Vernetzung und Kooperation in den Quartieren zu intensivieren. Es sollen konkrete Probleme aufgegriffen und bearbeitet, Wirkungsweisen von Entscheidungen kennengelernt, erlernt und eigenständig Lösungswese erarbeitet werden. Darüber hinaus bietet die Demokratiewerkstatt den Raum, Ärger und Enttäuschungen zu artikulieren. Der Wahrnehmung, "es ist ja eh egal, was ich sage", soll erlebbar entgegengewirkt werden.

    Das Projekt sieht sich als Anlaufstelle und Aktionsplattform für die Bewohner*innen, Bürgervereine – kurz: alle Aktiven und Mitmacher*innen von innerstädtischen Beteiligungsprozessen in den Quartieren. Wir knüpfen damit an unser Projekt "Lebe Liebe Deine Stadt" (2015 – Juni 2018) und den daraus gewonnenen Erfahrungen an.

    Zielgruppe: Aktive und Mitmacher*innen von innerstädtischen Beteiligungsprozessen in Hesselnberg und Südstadt

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Karte der Demokratiewerkstätten

Ansprechpartner in der Landeszentrale

Johannes Tholen

Tel. 0211-896-4846
E-Mail: